Hans-Ulrich Waiblinger
Hoher Besuch aus dem Ministerium für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz (MLR) am CVUA Freiburg: Die leitende Beamtin des Ministeriums, Frau Ministerialdirektorin Isabel Kling besuchte am 6. November das CVUA Freiburg.
Der erste Besuch von Frau Kling diente dem persönlichen Kennenlernen und der Besichtigung ausgewählter Laborbereiche. Begleitet wurde Frau Kling von Ministerialrätin Christine Baumgart, der Leiterin des Referates „Lebensmittelwesen, Lebensmittel-, Wein- und Trinkwasserüberwachung“ im MLR sowie Herrn Felix Romer, der derzeit ein Praktikum am MLR absolviert.
Amtsleiter Ralf Lippold, die Abteilungsleitungen sowie die Vorsitzende des örtlichen Personalrats Stefanie Meißner begrüßten die Delegation des MLR. Gleich zu Beginn brachte Frau Kling die Grüße des Ministers Peter Hauk und ihre große Wertschätzung für die Arbeit des gesamten Kollegiums des CVUA Freiburgs zum Ausdruck.
Herr Lippold stellte kurz die Aufgabenschwerpunkte und Besonderheiten des CVUA Freiburg vor. Im Anschluss gab es Führungen durch verschiedene Laborbereiche, die sich mit Untersuchungen von Honig allgemein sowie mit der Aufdeckung möglicher Verfälschungen beschäftigen.

Bild links: Im Honiglabor. MDin Isabel Kling probiert die von uns „gepanschten“ Honige.
Bild rechts: Mit MRin Christine Baumgart (rechts) und Laborleiter Marc Ohmenhäuser (verdeckt).
„Wir sind gespannt, ob Sie den Unterschied schmecken“, so Laborleiter Marc Ohmenhäuser im Honiglabor. Eigens für den Besuch hat er authentische Honige mit Zuckersirupen aus Reis und Mais gestreckt. „Das ist derzeit ein großes Thema für uns, besonders Importhonige chinesischer Herkunft stehen im Verdacht, mit billigem Zuckersirup verfälscht zu sein“, so Abteilungsleiter Martin Rupp weiter.
Und tatsächlich war für unseren Besuch geruchlich und geschmacklich kaum ein Unterschied zwischen dem Naturprodukt Honig und unseren „Fälschungen“ zu erkennen, was auch die Experten des Honiglabors bestätigen konnten.
„Wir setzen eine breite Palette an klassischen und modernen Untersuchungsverfahren zur Untersuchung von Honig ein, dennoch gibt es weiterhin Handlungsbedarf in der Entwicklung von Nachweisverfahren. Daher sind wir sehr dankbar für die Förderung eines entsprechenden Forschungsprojektes durch das MLR“, führte Amtsleiter Ralf Lippold weiter aus. Durch dieses Projekt konnte - zusammen mit dem CVUA Karlsruhe - die Kernresonanzspektroskopie (NMR) als zukunftsweisende Untersuchungsmethode zur Echtheitsprüfung bei Honigen routinemäßig eingeführt werden.
Auch der weitere Laborrundgang stand im Zeichen der Untersuchung des zentral für Baden-Württemberg in Freiburg untersuchten süßen Lebensmittels Honig.
Die Abteilung Rückstände, Kontaminanten mit zwei EU-Referenzlaboren hat dieses Lebensmittel ebenfalls in den Laborbereichen für die Untersuchung von Pestiziden in tierischen Lebensmitteln sowie für Kontaminanten im Fokus. Die Laborleiterinnen Dr. Christina Riemenschneider und Sarah Obermeier sowie die Leiter der beiden Referenzlabore Dr. Alexander Schächtele und Dr. Björn Hardebusch führten in die vielfältigen Aufgaben der Labore der Abteilung ein. Im Rahmen der amtlichen Überwachung werden regelmäßig Honigproben auf Pestizide, PFAS und Pyrrolizidinalkaloide untersucht.
Die beiden in dieser Abteilung angesiedelten EU-Referenzlaboratorien für Pestizidrückstände in tierischen Lebensmitteln sowie für halogenierte organische Schadstoffe in Lebens- und Futtermitteln unterstützen die Europäische Kommission und die nationalen Referenzlaboratorien in analytischen Fragestellungen, entwickeln neue Analysenmethoden für die relevanten Analyten und organisieren Laboreignungsprüfungen sowie Workshops und Trainingskurse.

Im Labor für Pestizidanalytik (v.l.n.r.): Dr. Alexander Schächtele (Abteilungsleiter), MDin Isabel Kling, MRin Christine Baumgart und MLR-Praktikant Felix Romer.
„Um unseren hohen analytischen Standard zu erhalten und die Überwachung neuer Höchstgehalte mit der erforderlichen Empfindlichkeit durchführen zu können, ist die regelmäßige Investition in die Erneuerung unserer Analysengeräte unerlässlich.“ wies Abteilungsleiter Alexander Schächtele auf ein wichtiges Thema bei der instrumentellen Ultraspurenanalytik hin.

Präsentation der Aufgaben des Labors „Stabilisotopen-Massenspektrometrie“.
Bild oben: Laborleiterin Dr. Eva Annweiler (links), Abteilungsleiter Hans-Ulrich Waiblinger (Mitte) und MDin Isabel Kling (rechts).
Bild unten (v.l.n.r.): Felix Romer (MLR-Praktikant), Dr. Eva Annweiler, MDin Isabel Kling, Personalrätin Stefanie Meißner, Amtsleiter Ralf Lippold.
In der Abteilung Herkunft und Echtheit stellt die Untersuchung von Honig im Hinblick auf Verfälschungen oder die geographische Herkunft, aber auch auf gentechnische Veränderungen, ein wichtiges Thema dar.
Kurze Präsentationen der Laborbereiche für Stabilisotopen-Massenspektrometrie (IRMS) und DNA-Analytik/Gentechnik in Lebensmitteln rundeten den Besuch von Frau MDin Kling ab.
„Die IRMS wird als internationales Standardverfahren für den Nachweis bestimmter Fremdzucker in Honig eingesetzt, stellt aber auch eine sehr wichtige Methode zur Überprüfung der Herkunft von Lebensmitteln dar“, führte Laborleiterin Dr. Eva Annweiler aus. „Auch zur Herkunftsprüfung bei Honig wollen wir das Verfahren etablieren.“
Honig wird zudem bereits seit etlichen Jahren mittels DNA-Analyse am CVUA Freiburg auf gentechnische Veränderungen überprüft. „Die in der Pollensubstanz enthaltene Erbinformation wollen wir uns nun aber auch zunutze machen, um neue Wege bei der Authentizitätsprüfung von Honigen zu gehen,“ so Abteilungsleiter Hans-Ulrich Waiblinger. Laborleiter Dr. Klaus Pietsch erläuterte die Möglichkeiten des sogenannten Next Generation Sequencing (NGS) bei der Honiguntersuchung. „Bis wir dieses sehr vielversprechende Verfahren verlässlich zur Authentizitätsprüfung bei Honigen einsetzen können, besteht allerdings noch weiterer Forschungsbedarf“, stellte Dr. Pietsch klar.

Stippvisite in der DNA-Analytik mit Laborleiter Dr. Klaus Pietsch (links).
„Ich bin sehr beeindruckt von der großen Expertise und Motivation der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des CVUA Freiburg“, so Isabel Kling am Ende ihres Besuchs.
Amtsleiter Ralf Lippold dankte ausdrücklich für den Besuch und lud Frau MD Kling zu einem weiteren Besuch ein. „Wir haben noch viele weitere spannende Themen zu bieten, die wir Ihnen gerne auch zeigen möchten“.
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