Babynahrung: Säuglings- und Kindernahrungsmittel

Dr. H. Reusch (CVUA Karlsruhe)

 

Erzeugnisgruppen

Der umgangsprachliche Begriff „Babynahrung" umfasst die in der Diätverordnung genannten Säuglings- und Kleinkindernahrungen, im einzelnen sind dies die Erzeugnisgruppen Säuglingsanfangsnahrungen und Folgenahrungen sowie Getreidebeikost und andere Beikost. Aufgrund der besonderen Ernährungserfordernisse von Säuglingen (Alter bis 12 Monate) und Kleinkindern (Alter zwischen 1 und 3 Jahren) werden Säuglings- und Kleinkindernahrungen den diätetischen Lebensmitteln zugeordnet, zum Schutz der jüngsten Verbraucher hat der Gesetzgeber die Anforderungen für diesen Lebensmittelbereich sehr streng geregelt.

 


Kontaminanten und Zusammensetzung

So liegen im Vergleich zu Lebensmitteln des allgemeinen Verzehrs die Höchstmengen für Pflanzenschutzmittel, Nitrat und andere Schadstoffe bzw. Kontaminanten (z.B. Mykotoxine) deutlich niedriger. Dies wird von amtlicher Seite stichprobenartig im Sinne des vorbeugenden Verbraucherschutzes kontrolliert, muss aber auch von den Herstellern selbst im Rahmen ihrer Sorgfaltspflicht im Rahmen der Eigenkontrolle überprüft werden. Die amtliche Untersuchung umfasst auch die Überprüfung von Werbeaussagen (u.a. ohne Konservierungsstoffe, biologischer Anbau, natriumarm, ohne Kristallzuckerzusatz, mit Eisen angereichert, im Eiweiß adaptiert, reich an Vitamin C, ohne Zusatz von Milchprodukten, glutenfrei oder säurearm) zu Säuglings- und Kleinkindernahrung.
Von Bedeutung ist auch, dass die Babynahrung hinsichtlich ihrer stofflichen Zusammensetzung und ihrer Konsistenz für die Ernährung dieser Zielgruppe geeignet ist. Aus diesem Grunde muss Säuglings- und Kleinkindernahrung mit Nährstoffen, insbesondere mit Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen, angereichert werden. Zudem gibt es Anforderungen an die Art und Qualität der Proteinquellen als auch an die Fettzusammensetzung. Auch die Verwendung von Zuckern / Kohlenhydraten ist je nach Erzeugnisgruppe reglementiert. Die von der Diätverordnung vorgeschriebenen Mindestgehalte und Höchstmengen für die einzelnen Parameter müssen eingehalten werden.
Die bei der industriellen Produktion von Säuglings- und Kleinkindernahrung einzuhaltenden Hygienestandards sind sehr hoch und können in diesem Maße bei der Zubereitung der Babykost im privaten Haushalt nur schwer erreicht werden. Die vom Gesetzgeber gestellten hohen Anforderungen an Säuglings- und Kleinkindernahrung werden i.d.R. erfüllt.

 


Verwendungs- und Zubereitungshinweise

Von Seiten der Eltern müssen die in der Kennzeichnung von Säuglingsanfangsnahrung und Folgenahrung angegebenen Informationen über die bestimmungsgemäße Verwendung des Erzeugnisses (Zubereitung, Entsorgung und Lagerung) mit Sorgfalt beachtet werden. Zudem enthalten die Packungskennzeichnungen eine Warnung vor den gesundheitsschädlichen Auswirkungen einer unangemessenen Zubereitung und Lagerung. Säuglingsanfangsnahrungen tragen ferner obligatorisch einen deutlich sichtbaren und als „wichtig" bezeichneten Hinweis auf die Überlegenheit des Stillens in Verbindung mit der Empfehlung, das Erzeugnis nur auf den Rat unabhängiger Fachleute auf dem Gebiet der Medizin, Ernährung oder Arzneimittel bzw. anderer für Säuglings- und Kinderpflege zuständiger Personen zu verwenden.

 

 

Bericht erschienen am 17.05.2005 14:21:37

Zuletzt aktualisiert am 08.10.2008 14:00:45